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Save the date: 7. - 9. November 2026

Plaket zur Ausstellung „Verfolgte, Widerständige, Mitläuferinnen und Täterinnen – Marburger Frauen im NS

Ausstellung „Verfolgte, Widerständige, Mitläuferinnen und Täterinnen – Marburger Frauen im NS

Frauen im Nationalsozialismus wurden in der Öffentlichkeit und der frühen Geschichtsschreibung lange Zeit auf stereotype Rollenbilder reduziert.

Die Forschung ging fast einhellig von zwei falschen Annahmen aus:

Das Klischee der „nur“ opferbereiten Mutter: Frauen wurden primär als passive Gebärmaschinen oder fürsorgliche Hausfrauen dargestellt, die vom politischen Geschehen und den Verbrechen des Regimes völlig unberührt blieben.

Das Klischee der unpolitischen Mitläuferin: Es wurde das Bild vermittelt, dass Frauen keine eigene politische Stimme besaßen und daher weder überzeugte Unterstützerinnen noch aktive Täterinnen sein konnten.

Die eindrucksvolle Ausstellung, die wir vom 7. bis 9. November 2026 im Gemeindehaus der Ev. Lutherischen Kirche in Rodheim zeigen, bricht radikal mit diesen vereinfachten Bildern.

Sie macht deutlich, dass Frauen eben keine passiven, unpolitischen Zuschauerinnen waren, sondern ihre Handlungsspielräume im Guten wie im Schlechten aktiv nutzten.

Das Projekt: Geschichte direkt aus der Nachbarschaft
Die Inhalte der Schau basieren auf einem wissenschaftlichen Kooperationsprojekt.

Studierende des Marburger Zentrums für Gender Studies haben unter der Leitung der Soziologin Randi Becker und in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Staatsarchiv Marburg intensiv regionale Lebensläufe erforscht.

Das Ergebnis ist eine fundierte Aufarbeitung von 22 konkreten Frauenbiografien. Die dokumentierten Lebenswege zeigen eindringlich, dass Frauen keine homogene Gruppe bildeten, sondern Akteurinnen auf allen Ebenen des Systems waren:

Die Verfolgten:
Jüdinnen, Kommunistinnen oder Zeuginnen Jehovas erlebten in unserer unmittelbaren Region systematische Ausgrenzung, Enteignung und Deportation.

Die Widerständigen: Mutige Frauen leisteten im Untergrund eigenständigen Widerstand, verteilten Flugblätter oder halfen Verfolgten unter Lebensgefahr beim Untertauchen.

Die Mitläuferinnen: Die große Mehrheit der weiblichen Bevölkerung sicherte durch Alltagsanpassung und die Organisation in NS-Frauenverbänden das Funktionieren des Regimes.

Die Täterinnen: Auch Frauen waren überzeugte Nationalsozialistinnen. Sie denunzierten aktiv jüdische Nachbarn, arbeiteten in der bürokratischen Maschinerie des Terrors oder quälten Menschen als Aufseherinnen in Konzentrationslagern.

Warum uns diese Ausstellung in Biebertal wichtig ist:
Als Aktionsbündnis Biebertal für Vielfalt und Demokratie bringen wir diese Ausstellung zu uns, weil Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist.

Die historischen Biografien zeigen uns wie im Brennglas, wie schleichend die Aushöhlung von Freiheitsrechten beginnt und wie entscheidend das eigene Handeln im Hier und Jetzt ist.

Der Blick in die regionale Vergangenheit schärft den Blick für die Gegenwart. Er erinnert uns daran, wie wichtig zivilgesellschaftliche Wachsamkeit, Toleranz und der tägliche Einsatz für demokratische Werte direkt vor unserer Haustür sind.

Alle Infos im Überblick:
Wann: Samstag, 7. November bis Montag, 9. November 2026

Eröffnung: Samstag um 13.00 Uhr
Öffnungszeiten: an allen 3 Tagen von 11:00 bis 19:00 Uhr
Wo: Gemeindehaus der Ev. Lutherischen Kirche in Rodheim (Biebertal)
Eintritt: Der Eintritt ist an allen Tagen frei.

Komm vorbei, informiere dich und nutze den Raum für Erinnerung, Dialog und Austausch. Wir freuen uns auf deinen Besuch und auf gute Gespräche!

Hinweis für Schulen und Gruppen:
Die Ausstellung eignet sich hervorragend für Schulklassen und Jugendgruppen ab der fortgeschrittenen Sekundarstufe I.

Wer die Ausstellung mit einer größeren Gruppe besuchen möchte, schreibe uns einfach eine kurze Nachricht zwecks Abstimmung.


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