15. August 2026 - Buntes Demokratie-Picknick
Gemeinsam stark: Das Aktionsbündnis Biebertal für Vielfalt und Demokratie feierte am Samstag, dem 15. August 2026, von 12.00 bis 15.00 Uhr ein buntes Demokratie-Picknick
Ein klares Signal für Toleranz, Respekt und Vielfalt:
Auf einem festlich mit bunten Fahnen geschmückten Areal unter den großen Bäumen vor dem Bürgerhaus Rodheim hat das Aktionsbündnis Biebertal für Vielfalt und Demokratie all diejenigen zu einem gemeinsamen Picknick empfangen, die der Einladung gefolgt sind.
Entsprechend bunt, vielfältig und voller Lebensfreude war dann auch die Veranstaltung. Die Sonne meinte es ein wenig übertrieben gut, was möglicherweise so manche Biebertaler:innen lieber ins Freibad gelockt haben mag. Aber wer kam, durfte ein fantastisches Miteinander erleben.
Thomas Prochazka begrüßte als Sprecher des Bündnisses die zahlreichen Gäste zu einem Nachmittag, der Begegnung und politische Haltung perfekt vereinte.
Zum Auftakt spielte der Eritreer Beze Solomon Getahun ein eritreisches Volkslied auf der Masinko, einer einsaitigen Kastenspießlaute aus Äthiopien und Eritrea.
Das traditionelle Streichinstrument wird oft von wandernden Sängern, den sogenannten Azmaris, zur Begleitung ihrer Gesänge und Geschichten genutzt.
Im Verlauf der Veranstaltung toppte Beze Solomon seine musikalische Darbietung noch mit einer akrobatischen Varieté-Show, die bei allen Gästen Staunen und Begeisterung hervorrief.
Kulinarische und kulturelle Highlights
Das Konzept des „Bunten Picknicks“ lebte vom Teilen:
Internationale Besucher brachten traditionelle Speisen mit, sodass ein vielfältiges Buffet aus eritreischem Injera, somalischen Sambusas, syrischem Mahshi, Couscous-Salat und Cupcakes zur Verfügung stand.
Beim Probieren kam man leicht ins Gespräch, tauschte sich über Rezepte aus und genoss dazu einen eritreischen Kaffee oder einen fruchtigen Mocktail, den Sonja Schwarz am Getränkewagen ausschenkte. Es gab natürlich auch Wasser, Limo oder Bier – für jeden Geschmack war etwas dabei.
Ein Publikumsmagnet während des gesamten Nachmittags war die traditionelle eritreische Kaffeezeremonie, die Mehauit vom Rösten der Bohne bis zum Aufgießen demonstrierte.
Klare Worte für die Demokratie
Die Redebeiträge des Nachmittags machten deutlich, dass Demokratie aktiven Einsatz erfordert:
Siggi Gröf vom Aktionsbündnis hieß alle willkommen, die sich für ein respektvolles Miteinander engagieren wollen. Die Regenbogenfahne stehe für Gleichheit und Akzeptanz – Werte, die auch in Biebertal (wie jüngste Abstimmungen in der Gemeindevertretung zeigten) immer wieder verteidigt werden müssen.
Martha Cremer-Bach vom Aktionsbündnis betonte in einer emotionalen Rede, dass jeder Mensch eine Bereicherung für die Gemeinde sei. Unter dem Slogan „Nie wieder ist jetzt!“ sprach sie sich vehement gegen den Einfluss von rechts und gegen die „blaue Partei“ aus.
Bürgermeisterin Patricia Ortmann ließ urlaubsbedingt ihr Grußwort von Peter Westrich vom Aktionsbündnis und unterstrich darin die Haltung der Gemeinde: Biebertal stehe für Offenheit und Zusammenhalt. Unterschiede seien keine Trennung, sondern eine Bereicherung.
Ein lebendiges Beispiel aus der Geschichte verlesen
Besonders berührend war der Beitrag des fast 90-jährigen Herrn Gareis, der 1946 als neunjähriger Flüchtling aus dem Egerland nach Fellingshausen kam. Er erzählte eindrucksvoll, wie das kleine 800-Einwohner-Dorf damals 300 Vertriebene aufnahm und wie gelungene Integration das Fundament für die heutige Gemeinschaft legte.
Spiel, Spaß und ein großes Dankeschön
Dank des abwechslungsreichen Programms kamen auch die jüngsten Gäste auf ihre Kosten. Die katholische Kirche stellte ihr Spielmobil bereit, die Gemeinwesenarbeit (Chris Koch) amüsierte mit einer Muffin-Wurfmaschine, und der Deutsch-Französische Verein lud zu einer Runde Boule ein. Flankiert wurde das Angebot von Kinderschminken und Cornhole.